|
Man muss sich darüber im Klaren sein und darf es nicht übersehen:
Ohne Moos nix los !!!
Träume und Wünsche allein reichen nicht aus, man muss schon sehr genau und realistisch wissen, wovon man leben will und kann. Das gilt, so denke ich, in jedem Land auf dieser Welt, ebenso wie die Tatsache, dass es von jedem Land auch über - vorwiegend subjektiv empfundene - negative Seiten zu berichten gibt, selbstverständlich auch von Schweden. Ich denke aber:
Schweden kann man nicht erklären, Schweden muss man erleben !!!
Zurück zum Lebensunterhalt: Für Hildegard und mich war es meine Pension. Rein rechnerisch sollte sich in Småland unser Geld für uns besser lohnen - und das ist auch so. Für denjenigen aber, der auch in Schweden seinen Lebensunterhalt verdienen muss, ist es nicht so einfach, in jedem Fall sind dafür gute Sprachkenntnisse erforderlich. Um das Aufenthaltsrecht und damit die Personennummer zu erhalten, mussten wir, dass wir - neben unserem festen Wohnsitz in Schweden und einer deutschen Krankenversicherung - ständige Einnahmen hatten, unser Leben also von uns aus finanzieren können. So mussten wir einen Verdienst aus einem Arbeitsplatz oder andere ständige Bezüge wie Rente oder Pension vorweisen - für uns war es mein Versorgungsbescheid.
Durch den Kauf des Hauses ersparten wir uns gegenüber der früheren Miete in Vluyn einschließlich Nebenkosten rein rechnerisch etwa 1/5. Für unser Auto waren die fixen Kosten etwa 15% geringer und für die Krankenversicherung (Försäkringskassan) haben wir deutschen Pensionäre monatlich keinen finanziellen Aufwand - Berufstätige aber sehr wohl, aber wie alle natürlich auch die Gebühren für Arztbesuche (Stand 2010 für Kalmar Län: 80:- oder 150:- SEK pro Besuch, maximal 900:- SEK im Jahr), Krankenhausaufenthalte (täglich 80:- SEK) und Medikamente (max. 1800 SEK im Jahr) aufzuwenden. Darüber hinaus können wir auf kostenträchtigen Luxus gut und gern verzichten. Und: Wir können hier nachvollziehen, wofür wir unser Geld einsetzen, demzufolge also auch Einfluss nehmen, wenn uns Ausgaben zu hoch oder falsch eingesetzt erscheinen. Und seit August 2007 hat Hildegard nun auch eine Arbeitsstelle, was ja auch nur gut sein kann. Seit dem 01. Januar 2009 ist es ein unbefristeter Arbeitsvertrag.
Wir haben uns vor unserem Entschluss aber auch intensiv informiert (z.B. über das Doppelbesteuerungsabkommen) und wussten zumindest theoretisch, was zu machen war. In der Praxis hat sich - auch dank der Unterstützung bereits hier lebender Deutschen - für uns dann gezeigt, dass es funktionieren kann, wenn man dran bleibt und tut, was zu tun ist, z.B. die Formalitäten präzise erfüllt, die hier - ob nun sinnvoll und nachvollziehbar oder nicht - vorgegeben sind .
Und dass es klappen und auch schnell gehen kann, wenn man sich an die Vorgaben hält, das haben wir erneut feststellen können, als wir uns im April 2008 um die schwedische Staatsbürgerschaft bemühten. Auch dieses Mal sind wir wieder mit den vollständigen Unterlagen zum Migrationsverket gefahren und haben die Anträge dort persönlich abgegeben. Die Unterlagen wurden an Ort und Stelle geprüft, für vollständig befunden, zum Teil kopiert und dann weitergeleitet. Bereits nach 13 Tagen erhielten wir die Urkunden.
Zwei Wochen danach beantragten wir bei unserer Polizeistation unsere schwedischen Reisepässe - 1½ Wochen später hatten wir auch diese. Nun haben wir ganz offiziell beide Staatsangehörigkeiten, die deutsche und die schwedische.
An einige zusätzliche Ausgaben haben wir ebenfalls bereits vorher gedacht. So erschien es uns sinnvoll, unseren Wagen (damals Opel Astra, heute Volvo 855 - der Ford Mondeo wird noch nachgerüstet) wegen der hohen Unfallgefahr mit Wild mit Zusatzscheinwerfern wie auch für den Winter mit Spikes-Reifen auszurüsten, was bereits drei Rehen, einem Fuchs und einem Elch das Leben gerettet hat. Aufgrund der hohen Minusgrade im Winter stellen wir unser Auto in unsere beheizbare Kellergarage. Und wir hatten in den beiden ersten Jahren unerwartet jeweils eine sehr hohe Stromrechnung nachzuzahlen, da erst im dritten Jahr unser tatsächlicher Stromverbrauch zugrunde gelegt worden ist - bis dahin wurde unser mtl. Abschlag nach dem Verbrauch des Vorbesitzers geschätzt.
Fazit: Man ist auch in Schweden nicht vor unangenehmen Überraschungen sicher !!!
|