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Davon träumt wohl jeder. Und ich denke, das ist auch möglich, wenn dazu einige grundlegende Voraussetzungen vorhanden sind. Das wichtigste dafür ist sicher die Erwartungshaltung, die man an ein urlaubsmäßiges Leben hat. Letztlich bestimmen die persönlichen Vorstellungen vom eigenen Leben, ob man sich wohl fühlt oder nicht.
Allein schwierig wird es ja bereits, wenn man noch durch Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Dabei ist es meist nicht die Arbeit als solche, die den gesundheitsschädlichen Stress verursacht, sondern in der Regel das Umfeld, die Arbeitsbedingungen wie auch die Menschen, mit denen man zusammenarbeitet. Und natürlich auch die Arbeitszeit, die an Urlaub und Freizeit in der Regel zwar hoffen und wünschen, aber nicht realistisch denken lässt.
Wenn man diesen Faktor Arbeit nicht weiter berücksichtigen muss und trotzdem seinen wirtschaftlichen Lebensunterhalt hat, dann kommt man diesem Traum schon näher. Aber auch dann kann der Erwartungsfaktor, die Vorstellung vom dauerhaften Leben im Urlaub noch dagegen sprechen.
Im Urlaub nimmt man ja meist Kleinigkeiten in Kauf, z.B. eine kleinere Unterkunft, die Mücken am See, eine unbefestigte Zufahrt zum Ferienhaus, vielleicht auch die eine oder andere Unbequemlichkeit in der Umgebung - es ist ja nur auf Zeit und für das Entspannen und Ausruhen, Energie und Kraft sammeln für den ja wiederkehrenden Alltag auch nicht so wichtig. Man kann kurzfristig gut damit leben. Je nach Bedürfnissen und Vorstellungen gestaltet man seine Urlaubstage mit Ausflügen in die Natur, mit Baden im See, auch Angeln und Survival-Touren sind hier in Schweden unter anderem beliebte Aktivitäten. Vor allem will man ja Ruhe haben, keinen Stress, sich entspannen können, der eine mehr aktiv, der andere mehr passiv.
Und anschließend nach Rückkehr vom Tagesvergnügen findet man sein kleines beschauliches rotweißes Ferienhäuschen um so schöner - auch wenn grad der Wasserhahn tropft oder die Waschmaschine gestern ihren Geist aufgegeben hat. Ist ja nicht für lange und ansonsten Sache des Ferienhausbesitzers. Und das knarrende Bett mit den harten Federkernen ist auch nicht so schlimm für diese zwei oder drei Wochen. Der Nachbar ist weit weg - oder sehr unpersönlich, na ja, ist ja nur für den Urlaub, also auch nicht schlimm. Wenn es kalt wird, dann schalten wir die Stromheizung an. Kosten? Ist doch Urlaub, da lassen wir uns durch solche Kleinigkeiten nicht stören oder gar den Urlaub vermiesen. Und das weder Telefon noch Fernseher da sind, das ist doch das Herrliche am Urlaub.
Wie aber ist es, so die noch vielen Jahre seines Alltags zu genießen? Wird man - wenn man in seinem Urlaubsdomizil für immer lebt - jeden Tag alle diese gewünschten Aktivitäten durchführen wollen bzw. können? Nimmt man dann auch diese Kleinigkeiten auf Dauer in Kauf, stören sie dann wirklich nicht?
Dass man im Urlaub nun nicht so sehr auf den Pfennig schaut und mal ´ne Mark mehr ausgibt, das weiß jeder - ist auch gut und richtig so, schließlich ist die Urlaubszeit kostbar und man will ja auch seinen Spaß haben. So fallen einem die Preise vielleicht auf, aber nun . . . Auch die Politik des Urlaubslandes ist für diese paar Wochen nicht so interessant; klar, man hört hin, man spricht vielleicht auch drüber - aber das Wesentliche liegt ja zu diesem Zeitpunkt woanders, nämlich zu Hause. Und eigentlich will man sich ja auch gar nicht damit befassen, ist doch Urlaub.
Lebt man aber in seinem Urlaubsland, dann werden all diese im Urlaub als Nebensächlichkeiten empfundenen Dinge plötzlich zum Lebensinhalt. Das fängt bei der Auswahl der Unterkunft (in der Regel dem Hauskauf) bereits an. Genügt auf Dauer die Anzahl der Räume, die Größe des Grundstücks, ja die Bauart des (Ferien-)Hauses, in dem man sich schon mal im Urlaub wohlgefühlt hat? Wie sieht der Zufahrtsweg (und nicht nur der) im Winter aus? Wie sind die Nachbarn, freundlich oder weniger freundlich? Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten, was muss an Nebenkosten wie Strom, Wasser und Abwasser usw. bezahlt werden? Was kostet mein Auto hier? Und das Telefon? Wie sieht es aus mit der ärztlichen Versorgung im Notfall (oder für den Normalfall eines chronisch Kranken)? Reichen mir die schwedischen TV-Programme? All das wird dann - bis hin zur Politik dieses Landes, dem Län und der Kommune, in der man dann lebt - weitaus wichtiger als der See vor der Tür oder die herrliche Natur. Und nicht alles ist in jeder Kommune gleich. Und abgeschieden in der Natur leben? Der weite Weg zum Kaufmann, zum Arzt usw.? Und immer nur Ruhe? Oder doch lieber ein Haus im Ort? Nun, man sollte sich das alles und noch mehr gut überlegen.
Warum ich das so schreibe? Nun, weil wir uns, die wir Småland früher weniger als Urlaubsland gesehen haben, unsere Erwartungshaltung daraufhin ausgerichtet haben, nämlich auf das dauerhafte Leben hier - und das war gut so. Und das ist meine Empfehlung für diejenigen, die hier oft Urlaub machen und mit dem Gedanken spielen, hier permanent zu leben:
Trennt Eure Vorstellungen vom Urlaub von denen Eures alltäglichen Lebens - es sind zwei total unterschiedliche Dinge.
Nun, das tut wohl auch jeder, oder?
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