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Freiheit die ich meine . . .
Unter diesem Stichwort habe ich im Oktober 2003 bei meiner Suche nach Definitionen des Begriffs Freiheit nachfolgenden Beitrag von H.-W. Graf, DBSFS e.V. gefunden.
Unberücksichtigt der vielen unterschiedlichen Interpretationen dieses Begriffes Freiheit, die sicherlich allesamt und auch jede für sich ihre prinzipielle Bedeutung haben mögen, bleibt für mich das, was hier gesagt wird, letztendlich das, was ich emotional empfinde und warum ich Deutschland verlassen habe.
Ich glaube aber auch, dass das hier Gesagte nicht nur auf ein Land, sondern im Grunde auf alle Länder (Gesellschaften) dieser Erde zutrifft. Es tritt daher die für mich eigentliche Frage auf: Wie viel Eigenverantwortung brauche ich? Und dagegen: Wie viel Bevormundung durch Regulierungen des Staates ist für mich zu viel? Unser Erlebnis mit den Müllgebühren (. . . i tyskland) hat mir diese für mich inakzeptable Grenze letztendlich aufgezeigt.
In diesem (Un-)Verhältnis liegen zwischen Deutschland und Schweden für unseren normalen Alltag nicht unwesentliche Unterschiede in beinahe allen Lebensbereichen. Nun, auch in Schweden wird bei Gelegenheit immer wieder für noch mehr (Schein-)Sicherheit plädiert, ohne dass man sich darüber im Klaren ist, dass damit auch hier die Freiheit und Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen noch weiter eingeschränkt werden wird, als es bereits der Fall ist.
Sicherheit und Freiheit, ebenso wie auch Gleichheit und Freiheit, schließen sich meiner Meinung nach gegenseitig aus, beeinträchtigen sich zumindest gegenseitig.
Ich glaube, dass sich die meisten (zu viele) Menschen mit möglichst allumfassenden Regulierungen und weniger bis gar keiner Eigenverantwortung wohler fühlen. Es ist trotzdem für die schwedische Gesellschaft (somit auch für uns) zu hoffen, dass solche weiteren Einschränkungen durch noch mehr Regulierungen in naher Zukunft nicht erfolgen werden, selbst wenn diese - auch von außen (EU) - gefordert werden.
Ich möchte diesen - hier 10seitigen - aufschlussreichen Textbeitrag, trotz etwas anderer Überlegungen im Hinblick auf einige Passagen, mit freundlicher Genehmigung der Redaktion zeitreport (27.10.2003) wortwörtlich übernehmen.
Freiheit, die ich meine . . . von H.-W. Graf, DBSFS e.V.
Kaum ein Begriff wird – und das in jeder Sprache – so euphorisch und emphatisch, beschwörend und eindringlich in Reden und Liedern, Balladen und Vorträgen, ja sogar in Verfassungen als ultimatives Ziel und politisches Versprechen Völkern und Bürgern, Lesern und Zuhörern mit geradezu suggestiver Kraft untermalt angeboten.
Wer könnte hiergegen schon einen Einwand wagen, dagegen opponieren oder auch nur das Wort an sich zu relativieren trachten? Die Freiheit des Einzelnen – so lautet der einhellige Konsens – findet allenfalls dort seine Begrenzung, wo die Freiheit des Nächsten eingeschränkt wird. Aber, stimmt das wirklich?
Unterzieht man diesen Begriff einer genaueren Analyse, so stellt er sich als weitaus komplexer und differenzierter dar, als dies sein allgemeiner Gebrauch vermuten lässt. Und geradezu alarmieren muss, in welch’ geringem Maße dieser Begriff – entgegen seiner ständigen Beschwörung – tatsächlich verwirklicht und gelebt wird.
Spätestens dann, wenn dem Begriff Freiheit auch noch der der Sicherheit beigesellt und uns beides im Doppelpack versprochen wird, sollten bei den damit beglückten Rezipienten alle Alarmglocken schrillen; hier kann nämlich nicht mehr von einem nachlässigen Gebrauch der Worte und mangelnder geistiger Durchdringung gesprochen werden, hier geht es vielmehr um Vorsatz und Betrug, bewusste Lüge und Korruption. Sicherheit und Freiheit sind nämlich Antipoden; je mehr vom einen, desto weniger vom anderen!
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